Frühlingsgefühle musikalisch geweckt

 

Erlenbach. Ein abwechslungsreiches Programm mit Klavier, Streich-, Rhythmus- und Blasins-trumenten, solo, im Ensemble oder im Orchester und quer durch verschiedene Musikrichtungen - die jungen Talente der Erlenbacher Musikschule ließen beim Frühjahrskonzert am Sonntag in der Frankenhalle keine Wünsche offen. Nach der Begrüßung durch Musikschulleiter Erich Rachor eröffnete die Orchestervorschule unter der Leitung von Werner Schuck das Konzert, zu dem der Förderverein eingeladen hatte. Die Fünf- bis Achtjährigen beschworen musikalisch den Frühling unter anderem mit dem Volkslied »Jetzt fängt das schöne Frühjahr an«.

 

Das Gitarrenensemble von Yüksel Akdeniz weckte mit zwei traditionellen Liedern aus Spanien und Peru und mit weichen Saitenklänge im Publikum Sehnsucht nach Süden und Fiesta. Mit einer Serenade von Joseph Haydn entführten Hannah Kirchner auf der Altblockflöte und Philipp Hessler an der Gitarre in die Epoche der Wiener Klassik. Der Vortrag überzeugte durch harmonisches Zusammenspiel und den großen Tonumfang der Flötistin.

 

Kadir Berbergil und Felicitas Niebler präsentierten zwei Stücke des ungarischen Komponisten Bela Bartok, die Melancholie und Temperament seiner Heimat gleichermaßen zum Ausdruck brachten. Den neun und zwölf Jahre alten Musikern gelang auf den Violinen ein sehr sicherer Klang und die stimmungsvolle Ausgestaltung der Lieder.

Den Höhepunkt des ersten Konzertteils gestalteten Eva Dölger (Altsaxofon) und Nicoletta Merz (Klavier) mit »Serenade Varriée« von Robert Clerisse. Das Werk stellte durch abwechslungsreiche Dynamik, Rhythmik und Themen einige Herausforderungen an die Musikerinnen. Das Duo schöpfte die Inhalte des Stücks voll aus und ließ die einzelnen Stimmen musikalisch ineinander greifen. Der volle, weiche Klang des Saxofons überzeugte vollkommen. Vor der Pause sorgten die Schlagzeuger aus der Klasse von Hans-Peter Krause für instrumentalische Abwechslung. Mit »La Bamba« von Victor Lopez brachten sie Karibikstimmung in die Frankenhalle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu Beginn der zweiten Hälfte spielte das Streichorchester der Musikschule mit Tanzmusik aus Argentinien auf. Geleitet von Dirigent Werner Schuck gelang ihnen die spannungsvolle Ausgestaltung des »Blue Tango« von Leroy Anderson. Der Spielkreis von Claudia Roth, ein Bläserensemble mit Schlagzeug, hatte den »Monster Rock« erarbeitet. Der fetzige Vortrag spiegelte deutlich den Spaß der jungen Künstler am Musizieren wider.

 

 

 

 

 

 

 

Mit der Romanse von Jacov Medin überzeugte Sabrina Berres auf der Klarinette. Mit einem weichen und wenn es nötig war brillanten Vortrag, arbeitete sie die verschiedenen Stimmungen der Komposition deutlich heraus.

 

 

 

 

Beim Klaviersolo von Nicoletta Merz, der Arabesque Nr. 1 von Claude Debussy, konnten sich die Zuhörer zurücklehnen und mitreißen lassen. Der Schülerin von Frank Lang gelang ein ausdrucksstarker Vortrag mit fließenden Melodien und interessanten Stimmungen.

 

 

 

 

 

Die beiden abschließenden Auftritte krönten den zweiten Konzertteil. Zunächst präsentierte Lisa Becker auf der Violine die Balletscene op. 100 von Charles de Bériot. Der klanglich und technisch ausgereifte Vortrag führte den Zuhörern die grazilen Schritte und Figuren einer Balletttänzerin fast bildlich vor Augen. Begleitet wurde die Schülerin Ingeborg Groppes von Holger Blüder am Klavier.

 

Beschwingt und impulsiv rundete das Cello Quintett von Andreas Lippert mit dem Slawischen Tanz des tschechischen Komponisten Antonin Dvorák das Konzert harmonisch ab.

 

Anna-Lena Höcker, Main Echo vom 02. März 2005