Bericht von "Spitz' die Ohren"

 

 

Im Rahmen unseres Musikschulforums zum Thema Musik für Kinder von 4 – 6 Jahren hatten wir zu "Spitz die Ohren" eingeladen. Referentin war keine geringere als die Dozentin der Musikhochschule Köln Frau Foltz-Zaun. Lebhaft und Publikumsnah stellte sie ihr Musikalisches Früherziehungswerk "Spitz die Ohren" vor, dass die Städt. Musikschule ab September 2006 mit ihrem Musikpädagogen Frank Lang übernehmen wird.

 

Tenor der Darstellung war das ganzheitliche Musikerlebnis für die Kinder in dem Alter von 4 – 6 Jahren. D. h. für Frau Foltz-Zaun ist es wichtig, dass Musik, verpackt in Geschichten oder Bilder, das Kind erreicht, ohne das in diesem Alter das Denken überhand nimmt.

 

In ihrem Früherziehungswerk findet man zu jeder Musikstunde ein Lied, ein Spiel, oder ein Gedicht liebevoll, frech und abwechslungsreich illustriert. Die Kinderhefte sollen jedoch kein Bilderbuch sein, sondern durch Schlichtheit die Kinder dazu anhalten, die Hefte selbst auszugestalten. Zu Hause können Eltern und Kinder die Lieder singen, die Spiele nach machen und die Inhalte vertiefen oder einfach die Seiten bunt ausmalen.

 

 

 

Für Frau Foltz-Zaun steht das bewusste Hören immer im Zentrum des Unterrichts. Das Gehör ist das von allen Sinnen am frühesten entwickelte und schon vor der Geburt perfekt ausgebildete Sinnesorgan. Seine Fähigkeiten verkümmern nur viel zu leicht, so Frau Foltz-Zaun in unserer von optischen Reizen überfluteten Zeit. Dabei lernen die Kinder, zunächst sich selbst und den anderen zuzuhören, sie lernen Inhalte der Musiklehre kennen und entdecken eigene schöpferische und improvisatorische Fähigkeiten. Sie erfahren, dass neben der "Musik für Kinder" die "Musik der Erwachsenen" auch für sie wunderbar zu verstehen ist, wenn man die Ohren nur entsprechend spitzt.

 

 

 

Damit nimmt die Sprecherziehung und Stimmbildung einen hohen Stellenwert in "Spitz' die Ohren!" ein. So legt die ausgebildete Sängerin viel Wert auf Körperhaltung, Atem, Aussprache und Singqualität. Auf dem Orff-Instrumentarium erproben die Kinder unterschiedlichste Klangfarben, Spielmöglichkeiten und -techniken. Neben Liedbegleitung, Ausgestalten von Gedichten und Geschichten, erarbeitet sie mit den Kindern am Stabspiel Grundlagen der Musiklehre.

Auch setzt sie Bewegung als ureigenstes Ausdrucksmittel des Vorschulkindes in vielfältigster Weise ein, um Musik zu erfahren und zu erleben. Die Hinzunahme von Materialien und Geräten bereichert die Ausdrucksmöglichkeiten und sensibilisiert für Bewegungsabläufe.

 

 

Im ersten Unterrichtsjahr beschäftigt sich ihr Werk mit den Grundparametern der Musik, wie Tonstärke, Tondauer, Tonhöhe und Klangfarbe, eingebunden in Fingerspiele, Jahreszeiten- und Tierlieder, Gedichte, Klanggeschichten und viele Bewegungsspiele. Dabei werden Fein- und Grobmotorik, Stimme, Kennen lernen der Spieltechniken des Orff-Instrumentariums, Improvisation und Rhythmisches Spielen auf dem Orff-Instrumentarium ebenso gefördert wie Instrumentenkunde, das Hören von Musikstücken und Möglichkeiten der Notation.

 

 

immer wieder wurden Eltern mit eingebunden

 

m zweiten Unterrichtsjahr nimmt die Musiklehre einen größeren Stellenwert ein als im ersten. Die Kinder verspüren auf dem Weg zur Schulreife stärker den Wunsch nach dem Benennen der musikalischen Inhalte und sind nun, dank ihres gewachsenen Abstraktionsvermögens, eher in der Lage, die Notenschrift mit klingenden Tönen in Zusammenhang zu bringen. Das eigentliche Erlernen der Notenschrift sollte lt. der Referentin jedoch im Anschluss an die Musikalische Früherziehung im Instrumentalunterricht erfolgen. Die Themen der Stunden sind den Bedürfnissen und Interessen der Altersstufe angepasst: So finden sich Unterrichtseinheiten über Piraten, Gespenster, Hexen und Zirkus.

Viel Zeit nahm sich Frau Foltz-Zaun nach der Vorstellung von "Spitz die Ohren" für die interessierten Zuhörer. Somit ging ein für alle Beteiligten eindrucksvoller Abend zu Ende.