Aljona Sawtschenko und Lothar Freund in Erlenbach

 

Begeisterte Gesichter und nicht enden wollender Applaus bei der Matinée mit Domra und Klavier am Sonntag in der Erlenbacher Musikschule. Der Aschaffenburger Pianist Lothar Freund und Aljona Sawtschenko sorgten für ein virtuoses Konzertereignis.

Die Domra sei gewissermaßen die Mutter der Balalaika, erklärte Freund. Schon 1530 finde sich die erste schriftliche Erwähnung dieses Instruments. Vor allem im 17. Jahrhundert erfreute es sich großer Beliebtheit bei Gauklern und Spielleuten. In Russland genießt die Domra längst den gleichen künstlerischen Stellenwert wie ein sinfonisches Instrument.

 

Aljona Sawtschenko begann bereits mit 14 Jahren ein klassisches Musikstudium in Taganrog mit ihrem Hauptinstrument Balalaika (Domra), sowie mit Klavier und Dirigieren. Bereits seit 1999 spielt sie Konzerte im In- und Ausland. In ihrer Heimat Russland zählt die 22-Jährige zu den besten Balalaika-Spielerinnen.

Spannende, dramatische sowie heitere Motive bot das kontrastreiche Programm. Angefangen bei Arcangelo Corellis »La Folia«, über das dreiteilige Konzert von Georgij Schenderjew oder das Domra-Solo von Pavel Necheporenko, bis hin zur leidenschaftlichen »Carmen-Fantasie« Pablo da Sarasates. Faszinierend, was Aljona Sawtschenko aus dem doch eher unscheinbaren Instrument herausholte.

Zum Abschluss des einstündigen Konzertes gab es mit Nicolo Paganinis »Karneval in Venedig« einen Ohrwurm zum Mitpfeifen in kunstreichen Abwandlungen. Langanhaltender Applaus bestätigte die mitreißende Darbietung.

Main Echo, 6. März 2006, ana