Rhapsody in Blue

 

Erlenbach. In der ausverkauften Frankenhalle wurden "Musikalische Berge" erklommen. Der Gipfelsturm galt zwei unterschiedlichen aber farbenreichen Gattungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Zunächst interpretierte die Junge Philharmonie Erlenbach unter der Leitung von Werner Schuck die Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“, welche zu den größten Schöpfungen von Johann Strauß (Sohn) zählt. Sie führt zahlreiche Motive aus der Fledermaus ein und ist mit ihrer abwechslungsreichen Dynamik und ihren Tempiwechsel auch für professionelle Orchester immer wieder eine Herausforderung. Umso beeindruckender war die Gestaltung der jungen MusikerInnen des Orchesters der Städtischen Musikschule. Herrliche Soli in allen Registern, wundervoll klingende Streicher und eine leidenschaftlich und hingebungsvoll mitgehende Musikerschar. Es war von Anfang bis Ende ein leckerer Genuss und eine wahre Freude.
 

Danach ein unvermittelter Sprung ins 20. Jahrhundert, denn das Konzert sollte den Kontrast und die Entwicklung der unterhaltenden Musik zwischen Operette und Musical nachvollziehen. In einem hinreißenden Auftritt mit viel Herz, verzaubert die Konzert-Sopranistin Anna Rose Seuffert das Publikum durch eine außergewöhnliche Darbietung von Cole Porters „In The Still Of The Night“ und „So In Love“. Unterlegt mit abwechslungsreichen Arrangements präsentierte sie die Songs und berührte damit auf außergewöhnliche Weise die Herzen des begeisterten Publikums.

Das Orchester spazierte weiter, den für die Entwicklung des Musicals so wichtigen Broadway, entlang. Mit einem Medley aus „West Side Story“ vermochte W. Schuck eine hervorragende Orchesterleistung zu erarbeiten. Und es wirkte alles sicher, so dass W. Schuck seine Energien darauf konzentrieren konnte, musikalische Impulse zu setzten. So entstand eine Interpretation von ungeheurer Wucht einerseits, von fein abgestimmten Farben andererseits. Und das ganze hatte einen Drang, eine swingende Energie, die die Hörer unweigerlich in den Bann zog. Erwähnen muss man hier auch noch die einsatzfreudige und differenzierte Schlagzeuggruppe. Ein Klangfest, das zu Recht Begeisterung auslöste.

Schon die beiden ersten Songs der Sopranistin Anna Rose Seuffert ließen aufhorchen. Mit ihrer brillanten Stimme, dazu mit sensiblem Gespür sang sie zum Schluss der ersten Hälfte „Out Of My Dreams“. Und die Freude des Hörgenusses hielt auch an bei ihrer Zugabe „Summertime“ von George Gershwin. Nach diesem musikalischen Reigen konnte man gespannt sein, wie sich Dirigent und Orchester nach der Pause, wohl dem Höhepunkt des Programms der „Rhapsody in Blue“ annehmen würden.

 

Zuerst jedoch nahm sich die junge Musikerschar Franz v. Suppés Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ vor. Wiederum waren meist tadellose Einzelleistungen zu bewundern, angefangen von dem Cellosolo zu Beginn, gespielt von Loretta Meister. Auch hier bot der Dirigent W. Schuck ein hervorragend eingespieltes Orchester. Als abschließendes Werk war dann die "Rhapsody in Blue" zu hören, ein gewaltiges – von Elementen des Jazz geprägtes – Klavierkonzert, welches Georg Gershwin im Jahre 1924 komponierte. Mit hohem Einsatz und großer Spielfreude gingen die Instrumentalisten der Jungen Philharmonie Erlenbach, sowie Solist Frank Lang am Flügel diese Herausforderung an. Schnell wurde die sorgfältige Probearbeit deutlich: Das Orchester nutzte alle dynamischen Nuancen (hierbei sind die effektvoll agierenden Bläser hervorzuheben), musizierte kraft- und schwungvoll in den schnellen Teilen und kostete die Blues-Stimmung im Mittelteil der Rhapsody mit intensivem und ausdrucksvollen Spiel aus. Daneben brillierte der Pianist Frank Lang, der als Musikpädagoge an der Städtischen Musikschule Erlenbach tätig ist. Sowohl in den ruhigeren Passagen, in denen er gefühlvoll und oberstimmenreich seine Interpretation gestaltete, wie auch bei dem turbulenten Schluss, war sein Spiel klar und differenziert. Die hervorragende Balance zwischen Orchester und Solist, die sich im wechselseitigen Dialog gegenseitig beflügelten und das souveräne Dirigat von W. Schuck, ermöglichten eine stimmungsvolle Wiedergabe dieses äußerst schwierigen Werkes.

Das begeisterte Publikum in der ausverkauften Frankenhalle erklatschte sich eine Zugabe und konnte das harmonische Wohlgefühl gerne mit nach Hause nehmen.

 

 

Weitere Eindrücke vom Konzert

 

Die Gipfelstürmer: "Die Junge Philharmonie Erlenbach", Leitung: Werner Schuck

 

Herr Schuck engagiert

und präzise.

 

Unsere Geiger

und Cellisten.

 

Frau Seuffert mit viel Herz,

dynamische Bläser und Schlagzeuger,

 

die Blechbläser mit viel Kraft

und die Sopranistin mit viel Gespür.

 

Igor Abramov, Klarinette beginnt die Rhapsody,

Herr Frank Lang brilliert mit

 

klarem und differenziertem Spiel bei der Rhapsody in Blue.

 

Unser Orchester unter der Leitung von Herrn Schuck, sie spielten ein stimmungsvolles Konzert.

 

Ein begeistertes Publikum konnte ein harmonisches Wohlgefühl mit nach Hause nehmen.