Spritzige Ensembles und konzentrierte Solisten

Junge Talente der Musikschule Erlenbach begeistern

ihr Publikum in der Frankenhalle

 

Erlenbach. Begeisterter Beifall schlug der Geigerin Anne Luisa Kramb in Erlenbachs Frankenhalle entgegen, die den 1. Satz (Allegro molto) aus dem Violinkonzert des Moskauer Komponisten Dmitri Kabalewski selbstbewusst und technisch wie ausdrucksmäßig schön absolvierte. Sie besucht die hiesige Musikschule, die zu ihrem traditionellen Schlusskonzert im Sommer eingeladen hatte. Die erst achtjährige Anne Luisa bekommt seit 2004 Violinunterricht und wird dazu von der Musikhochschule Würzburg gefördert.

 

Feine Streicher- und Flötenklänge

Typisch für die Werke Kabalewskis ist sein lyrischer Grundzug, den die Interpretin vorzüglich traf. Das war auch der Höhepunkt der hochkarätigen Veranstaltung, der es jedoch an weiteren musikalischen Glanzleistungen nicht mangelte. Schon die sechsjährige Henrike Sommer machte mit ihrer Violine beim 1. Satz aus Antonio Vivaldis Konzert in G-Dur Furore. Konzentriert, flüssig und notengetreu spielte sie ihren Solopart, von Holger Blüder am Klavier begleitet, der auch dem Star des Abends souverän assistierte.

Kaum älter ist ihre Schwester, Marina Sommer, deren Umgang mit ihrer Querflöte bei James Hooks Allegro aus dessen klassischer Sonate in G-Dur, op. 99/2 schon sehr imponieren musste. Kein Wunder bei dem großartigen Flötenlehrer Werner Schuck, der mit seinen Schülerinnen Annia Ruppert, Sophia Dall'Omo und Theresa Breunig aus Marc Berthomieus nicht ganz einfachem Flötenquartett »Schäferstimmung« den Satz »Waldgeister« stimmlich und stimmungsmäßig in impressionistischer Art fein wiedergab.

 

Um den Erlenbacher Trompetennachwuchs ist es ebenfalls nicht schlecht bestellt. Christoph Köhler blies eine Passacaglia von Georg Friedrich Händel sehr gekonnt mit Claudia Roth am Klavier. Stefan Schmitz gab eine gute Figur bei »Mr. Shore's Trumpet Tune« von Brahm Wiggins ab. Und Markus Bernhard bemühte sich redlich um sein Tenorhorn bei dem hübschen Menuett der Anna Magdalena Bach. Starcellist Andreas Lippert führte mit seinen Schülern Johannes Oberle und Maximilian Kroth den Allegro-Satz aus Johann S. Bachs Triosonate in G-Dur eindrucksvoll auf, und das von der Schlagzeugerin Katharina Rachor verstärkte Streichquartett Nikolas Oberle, Magdalena Rachor, Violinen, Christina Fischer, Viola, und Johannes Oberle, Violoncello, gab Scott Joplins »Strenuous Life« zum Besten.

 

Xiao Delong hatte sich für die Klavier-Sonatina des berühmten Böhmen Georg Anton Benda aus dem 18. Jahrhundert entschieden, während Nicoletta Merz die Sonata Andaluza, eine reizende Klavierstudie von Manuel De Falla, voller Geheimnisse und Tiefgang, gut bewältigte. Der Geiger Nicolas Oberle (zwölf Jahre) gefiel durch seinen geschmeidigen Ton beim 1. Satz des Konzerts in G-Dur von Joseph Haydn, wobei Holger Blüder den Klavierpart zelebrierte.

Das Musikschulorchester gab mit zwei Sätzen aus Georg Philipp Telemanns fröhlichem und beschwingtem Konzert für zwei Bratschen und Streicher in G-Dur unter Holger Blüders Leitung eine gute Visitenkarte ab. Kompliment für die beiden Solisten Christina Fischer und Maximilian Trautmann. Die Wiedergabe war zügig, facettenreich und voller Spannung bis zum letzten Akkord. Auch die empfindsame, farbige und spritzige vierteilige Harry-Potter-Suite von Patrick Doyle gelang den exakt musizierenden Instrumentalisten gut.

 

Volkstümlich-festlicher Ausklang

Die hoffnungsvolle Orchestervorschule präsentierte sich ebenfalls eindrucksvoll mit Holger Blüder. Auf dem Programm standen ein festlicher Marsch von Georg F. Händel sowie die Volkslieder »Die Gedanken sind frei«, »Muss i denn zum Städtele hinaus« und die russische Weise »Sascha«. Die Rhythmus-Gruppe Martin Siegler/Philipp Becker empfahl sich mit einem »Rock Duo for Drumset« von Murray Houliff.

 

Eindrücke vom Konzert

 

Hoffnungsvoller Nachwuchs mit Stephan Schmitz, Trompete und Katharina Rachor, Schlagzeug

 

Erfahrene und junge Streicher im Musikschulorchester

Nicoletta Merz, Klavier spielt "Serenata Andaluza"

 

Musikschulorchester unter der Leitung von H. Blüder spielt G. Ph. Telemanns Konzert für 2 Bratschen Solisten: Christina Fischer, Maximilian Trautmann, Bratsche

 

 

 

 

 

 

"Jetzt reicht's aber, ich bin soo müde ..."

 

Die Musikschulleitung und der Förderverein bedanken sich bei Schüler und Lehrer
für das gelungene Konzert.