So könnt's gewesen sein im Jahr 1183

 

Begeisterter Jubel in Erlenbach am Samstag bei der Uraufführung

mit 150 Beteiligten

 

Erlenbach. »Hört, hört, seht, seht!« fordert der große Chor gleich zu Beginn der Vorstellung auf dem Barbarossaplatz das Publikum mit kräftigen Stimmen auf. Und wirklich: Es gab viel zu sehen und zu hören bei dem beeindruckenden zweistündigen Spektakel, mit dem die Erlenbacher ihr Barbarossajahr feiern.

 

 

Seit zwölf Monaten wird überall vor Ort geprobt. Das Musical fordert alle Talente, die die Stadt glücklicherweise zu bieten hat: Getanzte und gesungene Szenen des »Volkes«, Jahrmarktsspektakel mit Gauklern, Akrobaten und mittelalterlicher Musik, eine beschwingt aufspielende Junge Philharmonie Erlenbach und nicht zuletzt Pferde, Falken und Ziegen. Mehr kann Theater nicht bieten!

 

"Dies ist ein unglaublicher Tag für die Stadt Erlenbach", rief Bürgermeister Michael Berninger in seiner Begrüßung aus. "Die Akteure haben Geschichte der Stadt Erlenbach lebendig werden lassen." Das Stück, das Regisseur Mittendrein für Erlenbach geschrieben hat, wartet mit dankbaren Massenszenen und hübschen Einfällen, allerdings mit eher wenig Handlung auf, die von der Erzählerin (mit raumfüllender Bühnenpräsenz Sandra Lukaschek) mit Zusammenhängen gefüllt wird.

 

Im Mittelpunkt steht natürlich Barbarossa (stattlich im Auftritt der einzige Profi im Ensemble: Florian Hoffmann), dem die Erlenbacher nach einer Sage die Verleihung des Marktgerechtigkeit und die Befreiung aus der Leibeigenschaft vor 825 Jahren verdanken. Dabei sollen die tapferen Dorfbewohner den Kaiser bei einem Überfall gerettet haben. In dem neuen, nicht immer ganz ernst gemeinten Stück geht die Geschichte aber etwas anders. Die »treuen« Erlenbacher, die sich für den Kaiser wortgewaltig gegenüber den stänkernden Wörther Nachbarn ins Zeug legen, versäumen es vor lauter Kirchweihfeiern, dem Rotbart zu Hilfe zu eilen. Als ihn die Häscher seines Widersachers Heinrich der Löwe (Frank Wunderlich mit schöner Singstimme) im Wald angreifen ist es die mutige und schöne Lisbeth (Sylvia Lehmann), die ihn rettet. Die Erlenbacherin Lehmann, die schon in dem elegant im 30er Jahre Stil swingenden Lied »Morgen« von Barbarossa schwärmt, begeisterte das Publikum mit ihrer hervorragenden Gesangstechnik und romantischen Ausstrahlung.

 

Beim Liebesduett, das sich an einen entzückenden Flirt zwischen Kaiser und Lisbeth anschließt, heißt es »Die Nacht trägt dein Gesicht« - ein Lied, das Lisbeth ein paar Jahre später ihrem Sohn vorsingt - und siehe da, der Sohn hat rote Haare, ein Gag, der der Frage nach der historischen Wahrheit jegliche Verbissenheit nimmt.

Stolz sind die Erlenbacher im Stück auf ihren Wein. Stolz können sie aber auch auf die Ensembleleistung sein, die an diesem Premierenabend gezeigt wird. Da klappt alles wie am Schnürchen, bei den Laiendarstellern ebenso wie bei der Musik und den etwas unberechenbaren Auftritten der Tiere.

 

 

Mal poppig, mal mittelalterlich erklangen die eingängigen Songs, geschrieben von Irene Budischowsky.  Die stimmungsvollen Arrangements von Erich Rachor machten daraus eine dramaturgisch durchgehend eingesetzte Unterstützung der Handlung mit Elementen des Pop. Rhythmische Spielereien mit vielsilbigen Wörtern wie »Erlenbach« und »Barbarossa« schufen Lieder, die das Zeug zu Schlagern haben (»Ein Hoch«).

Ganz anders klang es, als die in der Region bekannte Gruppe »Vogelfrey und unvuortzaget« aufspielte. Mit ihrer Musik des Mittelalters auf alten Instrumenten begleiteten sie äußerst passend das mehr als halbstündige Kirchweih-Jahrmarktstreiben zu Beginn.

 

Die beiden Gaukler (beides stimmgewaltige komische Talente: der Bassbariton Jesus Bodas Fernandez aus Lützelbach/Breitenbrunn und Countertenor Robert Foster aus Großheubach, der auch einen Spitzentanz bot, kündigten dabei eine Sensation nach der anderen an: Jongleure der Barbarossaschule, die Akrocats des TV Erlenbach, zwei Feuerspucker und einen weiteren Tanz der Dorfbewohner. Von Anfang an ging es mit viel Tempo, Witz und Action durch das Stück. »So war es doch, so könnt?s gewesen sein« hieß es dabei immer wieder. Bei so viel buntem Trubel möchte man das wirklich wünschen.

 Artikel aus Main Echo vom 22.09.2008

 

Eindrücke vom "Barbarossa Spectaculum"

 

Chor & Orchester des Barbarossa Spectaculums unter der Leitung von Bernhard Wehle

 

Ouvertüre, Herr Wehle in Aktion

Erzählerin Sandra Lukaschek, tolle Ausstrahlung

 

Die Waschweiber waschen ihre Wäsche rein ...

Der Gaukler kündigt den Jahrmarkt an

 

Akrobaten tanzen am Jahrmarkt

 

Der Kaiser zieht ein und wird von den Erlenbachern empfangen

 

Der Kaiser zieht ein und wird von den Erlenbachern empfangen

 

Lisbeth rettet den Kaiser

Barbarossa vergibt das Marktrecht

 

Kaiser und Erlenbacher feiern

 

Das "Barbarossa Spectaculum" wurde leidenschaftlich musikalisch umrahmt von unserer

Jungen Philharmonie unter der Leitung von Bernhard Wehle

 

Die Musikschulverwaltung bedankt sich recht herzlich bei allen Musikschülern, den Streicherlehrern und Herrn Hammer, Klavier für die Teilnahme an den vielen Proben

(auch während den Ferien) und den Auftritten.

Ein besonderes Dankeschön geht an Herrn Bernhard Wehle für die Organisation und Durchführung der Proben und der Auftritte.