Swing mit Hut und Nikolausmütze

Jazz Orchestra Erlenbach lockt mit Gesang zum Swinging Advent(ure)

 

Erlenbach. Jetzt swingen sie wieder: Das Jazz Orchestra Erlenbach bot am Sonntag ein Swinging Advent(ure) - ein Selbstläufer, der ihnen stets ein volles Haus in der Frankenhalle beschert. Dass es »ein etwas anderes Weihnachtskonzert« werden würde, war garantiert. Vor allem die Sänger Kerstin Olejak und Thorsten Keil sorgten für ein gefühlvolles Jazz-Fest.

Jazz-Posaunist Stephan Schlett leitet seit Jahren die Erlenbacher Big Band und entlockt seinen Musikern die Breite des Big-Band-Sounds vom eleganten Swing über knifflige Latino-Rhythmen bis zum Pop-Feeling. Dass er sich beim Konzert unter den Posaunen versteckt hält, hat nichts zu bedeuten. Einsätze hat er auch von dort aus im Griff.

Dass am Klang gearbeitet wurde, liegt an der CD-Aufnahme, die mitgeschnitten wurde. Dort werden die Trompeten mit ihrer Vielfalt im Klang zu hören sein. Bei den Soli befeuerten sich die Saxophone gegenseitig, jedes individuell gespielt, mal mit elegantem, mal verspieltem oder weit ausgreifendem Klang. Die Akzente der Posaunen unterfütterten den fantastischen Gesamtklang der Band und sorgten für die orchestrale Würze. Hohes Niveau bot auch die Rhythmusgruppe, in der sich vor allem der Jüngste der Band, René Köhler als neues Talent hervorhob.

 

Heißes Latin-Jingle-BellsIm Programm fanden sich vorweihnachtliche Standards wie Santa Claus Is Jammin? Into Town und der Christmas Waltz, aber auch ein heißes Latin-Jingle-Bells, ein Calypso im Arrangement von Jim Morrison. Daneben gab es großen Big-Band-Sound wie im Eye Of The Tiger aus dem Film Rocky.

Roger Cicero, der nicht nur den Swing, sondern auch den Hut wieder salonfähig gemacht hat, war mit drei Songs vertreten, gesungen neben Sänger Thorsten Keil von Schlagzeuger Christian Schmitt. Keil brachte mit seiner Stimme ein etwas nüchternes, kühleres, eben modernes Instrument ein. Bravourös seine Intonation und der gewisse Drive im Swing, verzichtete er selbst bei den Sinatra-Songs auf den Schmelz. Nur im Duett mit Kerstin Olejak in John Miles Liebeserklärung Music nutzte er ein gefühlvolleres Vibrato zu einer perfekten Präsentation.

Unter die Haut gingen die Songs, denen Kerstin Olejak ihre markante Stimme gab. Die Sängerin ist Augenweide und Ohrenschmaus zugleich. Dabei kann ihre Stimme wahres Gänsehautfeeling erzeugen, egal ob sie lasziv wie bei The Look Of Love oder mit zärtlichem Gestus einsetzt wie bei Michel Legrands The Summer Knows.

In Stevie Wonders Don?t You Worry `bout A Thing im Arrangement Schletts setzten die Bläser scharfkantige Akzente dem vollen Stimmeinsatz der Sängerin entgegen. Kleine Überraschungen wie Geschichten mit Witz oder der Auftritt der Band als Background-Chor machten den Advent zur Adventure: ein Abenteuer mit viel Wohlgefühl.

 

 

Main Echo 17. Dez. 2008

 

Weitere Eindrücke vom Konzert

 

Jazz Orchestra Erlenbach (JOE)

 

Trompeten- und Posaunensatz

 

 

Matthias und Alexander solieren

 

Thorsten und Kerstin der Stolz der Big Band

 

"Andy" soliert ... und Nikolaus "Matthias" bringt die guten Gaben ...

 

... das "Nikolaus-Orchestra" Erlenbach

 

Zufriedene Zuhörer in der ausverkauften Frankenhalle

 

 

Die Musikschulverwaltung bedankt sich bei:

  • allen Musikern, besonders bei Stephan Schlett für die Konzeption des Konzertes

  • dem Förderverein für die Mithilfe

  • den Zuhörern - und wünscht allen ein gesegnetes Weihnachtsfest.