Klavierschüler gestalten szenisch und musikalisch einen Ausflug in die Musikwelt.

Ob der lebhafte W. A. Mozart, der subtile Fr. Chopin oder die Rock-Gruppe Metallica, die Klavierschüler der städtischen Musikschule erweckten Melodien alter und neuer Meister zum Leben.

Am Sonntagnachmittag spielten 26 Schüler szenisch wie musikalisch bekannte Melodien stilecht in der Frankenhalle in Erlenbach.

Zu Beginn spielte die Hauptdarstellerin Bianca Tamara Jung ein paar Takte eines Klavierstü-ckes, von dem sie nicht wusste, wer es komponiert hat. Da ihr die Melodie so gut gefiel, machte sie sich auf die Suche nach ihr und lernte dabei verschiedene Komponisten und Mu-sikarten kennen.

Zuerst lernte sie den Komponisten Schumann und dessen Klavierstück „Träumerei“ kennen, gespielt von Eva Witt.

Als Melina Matsi mit „Greensleeves“, die Tasten anschlug, fühlte man sich in die Zeit Heinrichs VIII. zurückversetzt.

Weiter ging die Suche mit „Alla turca“ von W. A. Mozart. Der 8jährige Philipp Kirchner gestaltete die schnellen Passagen fließend und dynamisch gelungen.

Eine mitreißende Darstellung bot Jülide Ön mit der Vorstellung von L. Boccherini und begeis-terte damit die Zuschauer. Anschließend spielte sie auf ihrer Violine das bekannteste Menuett des Komponisten, souverän begleitet von Angela Herschmann am Klavier.

Natürlich durfte auch die Bagatelle „Für Elise“ von L. v. Beethoven nicht fehlen. Delong Xiao entlockte dem Klavier liebliche Klänge

und Magdalena Rachor spielte den Komponisten in einer überzeugenden Manier.
Alle Szenen waren mit großflächigen Bildern hinterlegt und mit dem wechselnden Spiel des Lichts zauberten die Verantwortlichen eine prächtige Atmosphäre auf die Bühne der Fran-kenhalle,

so auch beim „Wilden Reiter“, gespielt von David Matsis. Aufwühlend und majestätisch wirbelte

„Die Moldau“, man konnte die Stromschnellen direkt erahnen, durch die Finger von Jennifer Küfner, die mit einer ausgezeichneten Technik am Flügel überzeugte.

Weltruhm erlangte A. Chatschaturjan u. a. mit dem seinem Werk, den „Säbeltanz“. Sarah Kern am Klavier

und Leo Kirchgäßner stellten das Werk und den Komponisten in einer frischen, originellen Darbietung vor.

Ebenso erfrischend das Jazz-Trio Josua Röhl, Saxophon, Felix Gundert, Piano und Katharina Rachor, Schlagzeug. Sie interpretierten Charlie Parkers Komposition „Now’s the Time“ in einem atemberaubenden Tempo und dabei stilistisch noch exzellent.

Mit jazzigen Harmonien ging es weiter, als Philipp Becker, G. Gershwins Prelude Nr. 2 am Flügel mit sehr viel Stimmung darbot und damit Leo Kirchgäßner den Weg ebnete mit L. Einaudis „In Un‘ Altra Vira“.

Die sehr subjektive, auf einen perlenden Klang aufbauende Komposition meisterte der junge Leo in einer vollkommenen Art und Weise.

Rockiger setzte sich Linda Klug mit „Nothing Else Matters“ in Szene und gab dem Programm mit der Unterstützung von Philipp Becker am Schlagzeug eine neue Klangfarbe.

Mit dem berühmten „James Bond Theme“ verlieh Dominik Gils der Suche nach dem Klavier-stück eine spannende Wende. Bewaffnet und gefährlich bot er den Zuhörern eine gekonnte pianistische Aufführung.

Den mysteriös wirkenden Charakter von F. Janosas „X-Periment“ brachte Victoria Trautmann stimmungsvoll zur Geltung und entlockte dem Flügel sphärische Klänge.

Christian Anhalt, Flügel und

Philipp Becker, Schlagzeug überraschten mit „Viva La Vida“ von der weltweit erfolgreichen Band Goldplay. Mit leidenschaftlich gespielten Akzenten und mit dynamisch ausgearbeiteten Passagen gaben sie der Suche nach dem Klavierstück einen erfolgreichen Abschluss. Kein Wunder, dass Bianca Tamara Jung, die sich eindrucks-voll durch die ganze Handlung spielte, endlich das gesuchte Stück den „Walzer in cis-moll“ von Fr. Chopin mit einer großen Leidenschaft spielte.

Das Konzert stand im Rahmen des Projekts „Musik antasten“ und liefert den Klavierschülern ein Podium für Auftritte. Das Drehbuch zu dieser Geschickte schrieben die Klavierpädagogen der städtischen Musikschule, Frank Lang, Doris Völcker und Daniela Dörle.