Heitere Klänge gegen den Winter

 

Musikschulkonzert: Junge Talente locken in der Frankenhalle mit Spaß und Spielfreude den Frühling herbei

 

Verwöhnt von jungen Musikern wurden die Zuhörer des alljährlichen Frühlingskonzertes der Musikschule am Sonntag in der Erlenbacher Frankenhalle. Das »hohe Niveau« des Nachwuchses und die Vielfalt der Beiträge lobte nicht nur Bürgermeister Michael Berninger in seiner Begrüßung. Auch die Lehrer, Eltern und Mitglieder des Fördervereins hörten mit Stolz und Genuss, was die Schüler sich erarbeitet hatten. Schon die Kleinsten setzen die Musik um: Die Kinder der musikalischen Früherziehung tanzten das Aquarium aus dem Karneval der Tiere beim Frühlingskonzert in Erlenbach.

 

 

Unter den jungen Künstlern waren auch zwei Preisträger des Jugend-musiziert-Regionalwettbewerbs. Und das Musikschul-orchester mit einem Vivaldi-Violinkonzert, das Lust auf einen musikreichen Frühling machte. Kurzweilig und sehr informativ führten die beiden Musikschüler Linda Klug und Felix Gundert durch das Programm. Gekonnt und mit viel Freude unterhielten sie die 200 Zuhörer in der Frankenhalle.

 


Karneval der Tiere
Schon die ganz Kleinen werden in Erlenbach an die Musik herangeführt. Etwa vier Jahre alt sind die Kinder der Musikalischen Früherziehung, die unter Frank Langs Leitung zum Aquarium aus dem »Karneval der Tiere« von Saint-Saëns tanzten. Mit bunten Chiffontüchern bewegten sie sich als Fische, Schlingpflanzen und Blubberblasen graziös über die Bühne der Frankenhalle.


Viel Spaß hatten die vier Trompeter Stefan Schmitz, Philipp Großmann, Paul Süß und Christoph Köhler mit ihrer Lehrerin Claudia Roth am Tenorhorn bei den Klängen von When I’m Sixty-Four von den Beatles. Sie zeigten sich harmonisch im Zusammenspiel und sauber in der Intonation. Sehr souverän gab Teresa Kirchmayr an der Klarinette ihrem Begleiter Holger Blüder die Einsätze bei Alexander Dargomyschskis »Tanz der Meerjungfrauen«. Ganz auf den Ausdruck konzentriert, schuf sie ein faszinierendes musikalisches Gemälde der Unterwasserwelt mit schillernden Farben und Bewegungen.


Ungewöhnliche Besetzung
Die Ensemblearbeit ist das Aushängeschild der Erlenbacher - auch in ungewöhnlichen Besetzungen wie Klavier mit Schlagzeug, womit die zehnjährigen Katharina Rachor und Tristan Becker (Klavier) gemeinsam mit Philipp Becker am Schlagzeug in Stücken von Michael Schäfer brillieren.

Ein Cello-Ensemble aus Maximilian Kroth, Felix Ott und Johannes Oberle mit ihrem Lehrer Andreas Lippert spielte den Schwan aus dem Karneval der Tiere. Oberle als Solist traf dabei mit viel Gefühl den majestätischen Ton des Tieres sehr genau. Sehr weich war der Ansatz der 16-jährigen Katharina Bernard an der Trompete.

 

Eine Sonate mit Klavierbegleitung von Thorvald Hansen zeigte ihre bewundernswerte Sicherheit bei vollem Ton selbst im Piano. Schon anderthalb Jahre spielt das Streichquartett Lorraine Rauscher, Leonie Abt, Nathalie Partsch und Helena Ackermann mit hörbarem Vergnügen zusammen. Hier wurden sie unterstützt von zwei Percussionisten, Katharina Rachor und Felix Graner.
Die Lehrer der Schule zeigten ihr Engagement nicht nur in der Vorbereitung und Motivation ihrer Schüler. Sie schleppten auch Stühle, klappten Notenständer auf und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

 

Als Trio zeigten Igor Abramov, Claudia Rack und Frank Lang aber auch eine gewitzte Interpretation des berühmten »Tea For Two«. Von so viel Leichtigkeit können die Schüler meist nur träumen. Doch sie zeigen auch erstaunliche Beweglichkeit wie Madeleine Jäger am Klavier mit Yann Tiersens kleinem »L’apres-midi«.

Dominik Großmann konnte beim Jugend-musiziert-Regionalwettbewerb punkten und wird demnächst zum Landeswettbewerb fahren. Der 17-Jährige tanzte über das Vibrafon zu zwei Stücken des deutschen Jazzers Wolfgang Schlüter, wusste mit Fantasie zu phrasieren und fiel in einen lässig swingenden Drive.
 

Brillanter Nikolas Oberle
Wie wichtig es ist, im Ensemble zu harmonieren, auf einander zu hören und zu vertrauen zeigten als Beispiel auch die drei Querflötistinnen Sophia Dall’Omo, Annia Ruppert und Theresa Breunig, die sich mit Caspar Kummers Querflötentrio op. 24 einiges vorgenommen hatten. Aber besonders die Arbeit im großen Ensemble formt die jungen Musiker. Schon im Vororchester bei Doris Völcker lernen die Kleineren mit viel Spaß die gelungene mehrstimmige Abstimmung, wie man hören konnte.
Im Musikschulorchester bei Holger Blüder wurde dann schon einiges von den Elf- bis 14-Jährigen verlangt. Sie spielten aus Vivaldis Jahreszeitenzyklus zwei Sätze aus dem Frühling. Als Solist an der Violine brillierte der 13-jährige Nikolas Oberle, der filigran seine Vogelrufe setzte, aber auch in den schwindelerregenden Höhen noch mit vollem Ton höchst virtuos und selbstbewusst die Themen über das Orchester stellte.
Er hatte sich bei Jugend musiziert einen ersten Preis erspielt und wird in Zukunft noch zusätzlich bei Max Speermann von der Musikhochschule Würzburg Unterricht erhalten. Da kann man nur hoffen, dass er dem Orchester als talentierter Solist erhalten bleibt.

Daniela Tiggemann, Main Echo

 

Weitere Eindrücke vom Konzert

 

MFE tanzt "Aquarium", Leitung: Frank Lang

 

Moderatoren Linda Klug und Felix Gundert

Das swingende Trompetenquartett

 

Teresa Kirchmayr, Klarinette begleitet von Holger Blüder, Klavier

Trio Igor Abramov, Claudia Rack und Frank Lang mit »Tea For Two«

 

Katharina Rachor, Klavier swingt mit Philipp Becker, Schlagzeug

 

Cello-Ensemble mit Maximilian Kroth, Johannes Oberle,

Felix Ott und ihrem Lehrer Andreas Lippert

 

Querflötentrio Sophia Dall’Omo,

Annia Ruppert und Theresa Breunig

Madeleine Jäger,Klavier
spielt »L’apres-midi«

 

Streichquartett Lorraine Rauscher, Leonie Abt, Nathalie Partsch und Helena Ackermann

und Katharina Rachor und Felix Graner, Percussion, Leitung Doris Völcker

 

Unsere jüngsten Streicher im Vororchester unter der Leitung von Doris Völcker

 

 

Musikschulorchester, Solist Nikolas Oberle, Violine, Leitung Holger Blüder