Anspruchsvoll, groovig, am Schluss mitreißend

 

Konzert: Jazz Orchestra Erlenbach mit Gaststar Oliver Hartmann

in der ausverkauften Frankenhalle

 

Am späten Sonntagnachmittag: Draußen hellerlichter Muttertag, in der abgedunkelten Frankenhalle Jazz-Konzert-Atmosphäre vom Feinsten. Das Jazz Orchestra Erlenbach (JOE) nahm das anfangs etwas reservierte Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise. Mit internationalen Swing- und Soularrangements der vergangenen 80 Jahre präsentierte sich die Big Band unter Leitung von Posaunist Stephan Schlett auf hohem Niveau. Grooviger Jazz, leichter Swing und souliger Funk: das Sängerduo Kerstin Olejak und Thorsten Keil mit Gaststar Oliver Hartmann und dem Jazz Orchestra Erlenbach.

Höhepunkte des zweieinhalbstündigen Konzerts waren die Gesangseinlagen von Kerstin Olejak und Thorsten Keil sowie des über die deutschen Grenzen hinaus bekannten Musikers Oliver Hartmann.

 

Schokotaler-Regen

Zunächst regnete es Schokotaler von der Band bei Pennies from Heaven, ruhiger ging es bei Roxanne in einer Version von George Michael zu. Dass sich auch eine Akustikgitarre im Jazz gut machen kann, bewies Björn Weidauer bei dem Stück des berühmten US-amerikanischen Jazzgitarristen Wes Montgomery »Mr. Walker«, bevor der Gaststar für »Wonderwall« die Bühne betrat: Oliver Hartmann. Der aus Frankfurt stammende Sänger verlieh dem Jazzkonzert zusätzlich professionellen Glanz und harmonierte perfekt mit den bandeigenen Sängern Olejak und Keil.

Eher zum Tanzen als zum Zuhören lud das Medley von Tower of Power ein. In geballter Sangeskraft präsentierten sich die Sänger mit souligen Stimmen zu groovigen Rhythmen. Die Big Band spielte die aufwendigen Bläser-Arrangements mit mitreißender Energie, und trotz aller Präzision blieb Musikern und Sängern genug Spielraum für Improvisation und Eigendynamik.

 

 

Nach der Pause erreichte die Big Band beim Vine street rumble den für Benny Carter typisch leichten Swing, bevor Schlagzeuger Christian Schmitt bei Ciceros »Ich atme ein ich atme aus« seinen gesanglichen Auftritt hatte. In den Bann zog Kerstin Olejak bei The Summer knows von Michael Legrand. Ihr ausdrucksstarker und gefühlvoller Gesang wurde vom Tenorsaxophon, gespielt von Andreas Schächer, instrumental perfekt untermalt. Rockig wurde es bei It takes two in einer Version von Rod Stewart und Tina Turner, die Olejak gemeinsam mit Hartmann hinlegte. Außergewöhnlich war der Death march des verstorbenen Modern-Jazz-Komponisten Gary McFarland. Außergewöhnlich, weil Querflöten (gespielt von Alexander Gärtner und Thorsten Schölch) im Jazz eher selten sind, und bemerkenswert, weil auch Pianist Mathias Nolte am Keyboard, Rene Köhler an der Percussion und Altsaxophonist Mathias Hemmelrath den Blues-Charakter des Stückes ausmachten.

 

Hausgemachtes Rockstück

 

Eine funkige Version des Tower-of Power-Hits What is Hip legten Hartmann und Keil gemeinsam mit Altsaxophonist Alexander Gärtner hin. Mit Why do I lieferte Hartman zu guter letzt ein hausgemachtes Rockstück, und spätestens die Zugabe Music riss auch das Publikum aus seiner lethargischen Sitzhaltung. Bislang hatten nur die Füße vereinzelt gewippt und Oberkörper leicht gezuckt.

Jetzt gab es stehende Ovationen, Bravo-Rufe und überzeugten Applaus. Besser spät als gar nicht, aber bei der Spielfreude und Energie, mit der sich die Big Band von Anfang an ins Zeug legte, eine vielleicht etwas lahme Honorierung seitens der rund 300 Zuschauer.
Zu guter letzt gab es als »Rausschmeißer« die Meetin' Time aus der Kansas City Suite von Carter. Mit dem durch Rohrreinigeraufsätzen gedämpften Instrumentalstück entließ das JOE seine Gäste in den immer noch hellen Abend.

Sylvia Breckl

 

 

Weitere Eindrücke vom Konzert

 

Bühne frei für das Jazz Orchestra Erlenbach

 

Der Leiter der Big Band, Stephan Schlett moderierte auch das Konzert

Gaststar Oliver Hartmann

 

Saxophonsatz

 

Die SängerIn Kerstin - Thorsten und Oliver

 

Oliver Hartmann und die Big Band

 

Marcus Vad, Bass-Posaune und

Robin Luby-Schäfer, Bariton-Sax

Manuel Reis, Trompete soliert

 

Kerstin Olejak, Gesang; Renè Köhler, Percussion und Udo Erbe Bass

Alexander Gärtner, Sopransax

 

Zuschauer waren begeistert darunter auch Bürgermeister Berninger mit Gattin und Vorstandsvorsitzender Feußner.

 

Ein großes Dankeschön geht an die Musiker der Big Band, an Oliver Hartmann und Stephan Schlett, Leiter des Jazz Orchestra Erlenbach. Er hat das Projekt wochenlang vorbereitet und sich viele Gedanken über das Programm und die Moderation gemacht.

Ein weiterer Dank geht an den Förderverein der Städt. Musikschule für die Unterstützung des Konzertes.